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Paul Cézanne
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Paul CĂ©zanne (* 19. Januar 1839 in Aix-en-Provence; † 22. Oktober 1906 ebenda) war ein französischer Maler. CĂ©zannes Werk wird unterschiedlichen Stilrichtungen zugeordnet: WĂ€hrend seine frĂŒhen Arbeiten noch von Romantik – wie die Wandbilder im Landhaus Jas de Bouffan – und Realismus geprĂ€gt sind, gelangte er durch intensive Auseinandersetzung mit impressionistischen Ausdrucksformen zu einer neuen Bildsprache, die den zerfließenden Bildeindruck impressionistischer Werke zu festigen versucht. Er gab die illusionistische Fernwirkung auf, brach die von den Vertretern der Akademischen Kunst aufgestellten Regelncite-ref-1[1] und strebte eine Erneuerung traditioneller Gestaltungsmethoden auf der Grundlage des impressionistischen Farbraumes und farbmodulatorischer Prinzipien an.

Seine Malerei rief in der zeitgenössischen Kunstkritik UnverstĂ€ndnis und Spott hervor. Bis in die spĂ€ten 1890er Jahre waren es hauptsĂ€chlich KĂŒnstlerkollegen wie Pissarro, Monet und Renoir sowie Kunstsammler und der Galerist Ambroise Vollard, denen sich CĂ©zannes Schaffen erschloss und die zu den ersten KĂ€ufern seiner GemĂ€lde zĂ€hlten. Vollard eröffnete im Jahr 1895 in seiner Pariser Galerie die erste Einzelausstellung, die zu einer breiteren Auseinandersetzung mit dem Werk des KĂŒnstlers fĂŒhrte.cite-ref-2[2]

Aus der Vielzahl der KĂŒnstler, die sich nach CĂ©zannes Tod an dessen Werk orientierten, sind im Besonderen Pablo Picasso, Henri Matisse, Georges Braque und AndrĂ© Derain zu nennen. Die gegensĂ€tzliche Ausrichtung der malerischen Werke der genannten KĂŒnstler lĂ€sst die KomplexitĂ€t des CĂ©zanne’schen Werks erkennen. CĂ©zanne zĂ€hlt mit seinen Werken aus kunsthistorischer Sicht zu den Wegbereitern der Klassischen Moderne.

Cézannes Bildthemen waren oft Badende, die Landschaft um das Gebirge Montagne Sainte-Victoire, Stillleben und PortrÀts seines Modells, seiner Geliebten und spÀteren Frau, Hortense Fiquet.

Contents

‱ Leben
‱ Chronologie
‱ Methode
‱ Datierung
‱ Rezeption
‱ Film
‱ Weblinks

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Leben

Kindheit und Ausbildung

Paul CĂ©zanne wurde als Sohn des HuthĂ€ndlers und spĂ€teren Bankiers Louis-Auguste CĂ©zanne und der Anne-Elisabeth-Honorine Aubert in der Rue de l’Opera 28 in Aix-en-Provence geboren. Seine Eltern heirateten erst nach der Geburt Pauls und seiner Schwester Marie (* 1841) am 29. Januar 1844. Seine jĂŒngste Schwester Rose kam im Juni 1854 zur Welt. In den Jahren von 1844 bis 1849 besuchte er die Grundschule; es schloss sich die Ausbildung an der École de Saint-Joseph an. MitschĂŒler waren der spĂ€tere Bildhauer Philippe Solari und Henri Gasquet, Vater des Schriftstellers Joachim Gasquet, der 1921 sein Buch CĂ©zanne herausbringen sollte.

Ab 1852 besuchte CĂ©zanne das CollĂšge Bourbon (heute LycĂ©e Mignet), wo er Freundschaft mit dem spĂ€teren Romancier Émile Zola und dem spĂ€teren Ingenieur Jean-Baptistin Baille schloss. Sie wurden im CollĂšge als die „Unzertrennlichen“ bezeichnet. Es war die wohl unbeschwerteste Zeit seines Lebens, als die Freunde an den Ufern des Arc schwammen und fischten. Sie debattierten ĂŒber Kunst, lasen Homer und Vergil und ĂŒbten sich im Verfassen eigener Gedichte. CĂ©zanne verfasste seine Verse oft in lateinischer Sprache. Zola forderte ihn auf, die Dichtung mit grĂ¶ĂŸerem Ernst zu betreiben, doch CĂ©zanne sah darin nur einen Zeitvertreib.cite-ref-3[3] Am 12. November 1858 bestand CĂ©zanne die PrĂŒfung zum BaccalaurĂ©at.

Auf Wunsch des autoritĂ€ren Vaters, der in seinem Sohn traditionell den Erben seiner 1848 gegrĂŒndeten Bank CĂ©zanne & Cabassol sah, die ihm den Aufstieg vom HĂ€ndler zum erfolgreichen Bankier gebracht hatte, immatrikulierte sich Paul CĂ©zanne 1859 an der rechtswissenschaftlichen FakultĂ€t der UniversitĂ€t von Aix-en-Provence und belegte Vorlesungen fĂŒr das Studium der Jurisprudenz. Er verbrachte zwei Jahre mit dem ungeliebten Studium, vernachlĂ€ssigte es jedoch zunehmend und widmete sich lieber zeichnerischen Übungen und dem Verfassen von Gedichten. In Abendkursen nahm CĂ©zanne ab 1859 Unterricht an der École de dessin d’Aix-en-Provence, die im Kunstmuseum von Aix, dem MusĂ©e Granet, untergebracht war. Sein Lehrer war der akademische Maler Joseph Gibert (1806–1884). Im August 1859 gewann er dort den zweiten Preis im Kurs fĂŒr Figurenstudien.

Sein Vater kaufte im selben Jahr das Anwesen Jas de Bouffan (Haus des Windes). Diese zum Teil verfallene barocke Residenz des ehemaligen Provinzgouverneurs wurde spĂ€ter fĂŒr lange Zeit Wohnhaus und Arbeitsplatz des Malers.cite-ref-4[4]cite-ref-5[5] Das GebĂ€ude und die alten BĂ€ume im Park des Anwesens gehörten zu den Lieblingsmotiven des KĂŒnstlers. Im Jahr 1860 erhielt CĂ©zanne die Erlaubnis, die WĂ€nde des Salons auszumalen; es entstanden die großformatigen WandgemĂ€lde der vier Jahreszeiten: FrĂŒhling, Sommer, Herbst und Winter (heute im Petit Palais in Paris), die CĂ©zanne ironisch mit Ingres signierte, dessen Werke er nicht schĂ€tzte. Das Winterbild enthĂ€lt zusĂ€tzlich die Datierung 1811, sie bildet eine Anspielung auf Ingres’ GemĂ€lde Jupiter und Thetis, das zu dieser Zeit gemalt wurde und im MusĂ©e Granet ausgestellt ist. Vermutlich entstanden zuerst die Bilder Sommer und Winter, in denen sich noch eine gewisse Unbeholfenheit im Umgang mit der Maltechnik zeigt. FrĂŒhling und Herbst erscheinen besser durchgearbeitet.cite-ref-6[6] Gemeinsam ist der Jahreszeitenfolge eine romantisierende Ausstrahlung, wie sie spĂ€ter in CĂ©zannes Werken nicht mehr anzutreffen ist.

Studium in Paris

Zola, der im Februar 1858 mit seiner Mutter nach Paris gezogen war, legte CĂ©zanne in Briefwechseln eindringlich nahe, seine zögerliche Haltung aufzugeben und ihm dorthin zu folgen. Unter der Bedingung, ein ordentliches Studium anzutreten, gab Louis-Auguste CĂ©zanne dem Wunsch des Sohnes endlich nach, da er die Hoffnung aufgegeben hatte, in Paul den Nachfolger fĂŒr das BankgeschĂ€ft zu finden.

CĂ©zanne zog im April 1861 nach Paris. Die großen Hoffnungen, die er in Paris gesetzt hatte, erfĂŒllten sich nicht, da er sich an der École des Beaux-Arts beworben hatte, dort jedoch abgewiesen wurde. Er besuchte die freie AcadĂ©mie Suisse, wo er sich dem Aktzeichnen widmen konnte. Dort traf er den zehn Jahre Ă€lteren Camille Pissarro und Achille Emperaire aus seiner Heimatstadt Aix. Er kopierte oft im Louvre nach Werken alter Meister wie Michelangelo, Rubens und Tizian. Doch die Stadt blieb ihm fremd, und er dachte bald an eine RĂŒckkehr nach Aix-en-Provence.

Zolas Glaube an CĂ©zannes Zukunft war erschĂŒttert, so schrieb er schon im Juni an den gemeinsamen Jugendfreund Baille: „Paul ist immer noch der vortreffliche und seltsame Bursche, wie ich ihn in der Schule gekannt habe. Zum Beweis dafĂŒr, daß er nichts von seiner OriginalitĂ€t eingebĂŒĂŸt hat, brauche ich dir nur zu sagen, daß er, kaum hier eingetroffen, davon sprach, zurĂŒckzukehren.“cite-ref-7[7] CĂ©zanne malte ein PortrĂ€t Zolas, das dieser von ihm erbeten hatte, um dem Freund Mut zu machen; doch CĂ©zanne war mit dem Ergebnis nicht zufrieden und zerstörte das Bild. Im September 1861 kehrte CĂ©zanne, enttĂ€uscht durch die Ablehnung an der École, nach Aix-en-Provence zurĂŒck und arbeitete erneut in der Bank seines Vaters.cite-ref-8[8]

Doch schon im SpĂ€therbst 1862 zog er erneut nach Paris. Sein Vater sicherte sein Existenzminimum mit einem monatlichen Wechsel von ĂŒber 150 Franc ab. Die traditionsbehaftete École des Beaux-Arts lehnte ihn erneut ab. Er besuchte daher wieder die AcadĂ©mie Suisse, die den Realismus förderte. In dieser Zeit lernte er viele junge KĂŒnstler kennen, nach Pissarro auch Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir und Alfred Sisley.

CĂ©zanne stand im Gegensatz zum offiziellen Kunstleben Frankreichs unter dem Einfluss Gustave Courbets und EugĂšne Delacroix’, die nach einer Erneuerung der Kunst strebten und die Darstellung ungeschönter Wirklichkeit forderten. Courbets AnhĂ€nger nannten sich „Realisten“ und folgten seinem bereits 1849 formulierten Grundsatz Il faut encanailler l’art („Man muss die Kunst in die Gosse werfen“), was bedeutet, die Kunst mĂŒsse von ihrer idealen Höhe heruntergeholt und zu einer Sache des Alltags gemacht werden.cite-ref-9[9] Den endgĂŒltigen Bruch mit der historischen Malerei vollzog Édouard Manet, dem es nicht auf die analytische Betrachtung, sondern auf die Wiedergabe seiner subjektiven Wahrnehmung ankam und auf die Befreiung des Bildgegenstands von symbolischer Befrachtung.

Der Ausschluss der Werke Manets, Pissarros und Monets vom offiziellen Salon, dem Salon de Paris, im Jahr 1863 rief eine solche Empörung unter den KĂŒnstlern hervor, dass Napoleon III. neben dem offiziellen Salon einen „Salon des RefusĂ©s“ (Salon der Abgelehnten) einrichten ließ. Dort wurden auch CĂ©zannes Werke ausgestellt, denn wie in den folgenden Jahren wurde er nicht zum offiziellen Salon zugelassen, der weiterhin die klassische Malweise nach Ingres forderte. Diese Sichtweise entsprach dem Geschmack des bĂŒrgerlichen Publikums, das die Ausstellung im „Salon des RefusĂ©s“ ablehnte.cite-ref-10[10]

Im Sommer 1865 kehrte CĂ©zanne nach Aix zurĂŒck. Zolas Erstlingsroman La Confession de Claude wurde veröffentlicht. Er ist den Jugendfreunden CĂ©zanne und Baille gewidmet. Im Herbst 1866 fĂŒhrte CĂ©zanne eine ganze Serie von Bildern in Spachteltechnik aus, vor allem Stillleben und PortrĂ€ts. Das Jahr 1867 verbrachte er ĂŒberwiegend in Paris, die zweite HĂ€lfte des Jahres 1868 in Aix. Anfang 1869 kehrte er nach Paris zurĂŒck und lernte an der AcadĂ©mie Suisse die elf Jahre jĂŒngere Buchbindergehilfin Hortense Fiquet kennen, die als Malermodell arbeitete, um sich einen kleinen Nebenverdienst zu erwerben.cite-ref-11[11]

L’Estaque – Auvers-sur-Oise – Pontoise 1870–1874

Am 31. Mai 1870 war CĂ©zanne Trauzeuge auf Zolas Hochzeit in Paris. CĂ©zanne und Hortense Fiquet lebten wĂ€hrend des Deutsch-Französischen Krieges im Fischerdorf L’Estaque bei Marseille, das CĂ©zanne spĂ€ter hĂ€ufig aufsuchen und malen sollte, da ihn die mediterrane AtmosphĂ€re des Ortes faszinierte. Der Einberufung zum Wehrdienst hatte er sich entzogen. Obgleich CĂ©zanne im Januar 1871 als FahnenflĂŒchtiger denunziert worden war, gelang es ihm sich zu verstecken. NĂ€heres ist nicht bekannt, da Dokumente aus dieser Zeit fehlen.cite-ref-12[12]

Nach der Niederschlagung der Pariser Kommune kehrte das Paar im Mai 1871 nach Paris zurĂŒck. Paul fils, der Sohn von Paul CĂ©zanne und Hortense Fiquet, wurde am 4. Januar 1872 geboren. CĂ©zanne verbarg seine nicht standesgemĂ€ĂŸe Familie vor dem Vater, um die finanziellen Zuwendungen nicht zu verlieren, die dieser ihm zum Leben als KĂŒnstler zukommen ließ.

Als CĂ©zannes Freund, der verkrĂŒppelte Maler Achille Emperaire, aus finanzieller Not heraus im Jahr 1872 in Paris Unterschlupf bei der Familie suchte, verließ er das Quartier in der Rue Jussieu bald wieder: „[
] es war notwendig, denn sonst wĂ€re ich nicht dem Schicksal der andern entgangen. Ich fand ihn hier von allen verlassen. [
] Von Zola, Solari und all den anderen ist nicht mehr die Rede. Er ist der seltsamste Kerl, den man sich vorstellen kann.“cite-ref-13[13]

Von Ende 1872 bis 1874 lebte CĂ©zanne mit Frau und Kind in Auvers-sur-Oise, wo er den Arzt und Kunstfreund Paul Gachet kennenlernte, den spĂ€teren Arzt des Malers Vincent van Gogh. Gachet war außerdem ein ambitionierter Freizeitmaler und stellte CĂ©zanne sein Atelier zur VerfĂŒgung.

CĂ©zanne folgte 1872 einer Einladung des Freundes Pissarro zur Zusammenarbeit nach Pontoise im Tal der Oise. Pissarro als einfĂŒhlsamer KĂŒnstler wurde fĂŒr den menschenscheuen, reizbaren CĂ©zanne zum Mentor; er konnte ihn zur Abkehr von den dunklen Farben auf seiner Farbpalette bewegen und gab ihm den Rat: „Malen Sie immer nur mit den drei Grundfarben (Rot, Gelb, Blau) und ihren unmittelbaren Abweichungen.“ Außerdem solle er auf lineare Konturierung verzichten, die Gestalt der Dinge ergebe sich durch die Abstufung der farblichen Tonwerte. CĂ©zanne spĂŒrte, dass ihn die impressionistische Technik seinem Ziel nĂ€her brachte, und folgte dem Rat des Freundes. Sie malten oft gemeinsam vor dem Motiv. SpĂ€ter berichtete Pissarro: „Wir waren stĂ€ndig zusammen, aber trotzdem bewahrte sich jeder von uns das, was allein zĂ€hlt: die eigene Empfindung.“cite-ref-14[14]

Ein deutliches Beispiel ist in zwei der hier gezeigten GemĂ€lde zu sehen: Im Gegensatz zu den dunklen Farben und den starken Konturen der Schneeschmelze in L’Estaque zeigt das spĂ€tere Werk Blick auf Auvers die von Pissarro erlernte Technik, verbunden mit CĂ©zannes genauer Beobachtung der Landschaft.

Erste Gruppenausstellungen ab 1874

Die jungen Maler in Paris sahen im Salon de Paris keine Förderung ihrer Werke und griffen daher Claude Monets bereits im Jahr 1867 gefassten Plan einer eigenen Ausstellung auf. Vom 15. April bis zum 15. Mai 1874 fand die Gruppenausstellung der SociĂ©tĂ© anonyme des artistes, peintres, sculpteurs, graveurs statt, der spĂ€ter so genannten Impressionisten. Dieser Name geht auf den Titel des ausgestellten GemĂ€ldes Impression soleil levant von Monet zurĂŒck. Der Kritiker Louis Leroy bezeichnete in der satirischen Zeitschrift Le Charivari die Gruppe als „Impressionisten“ und schuf damit den Begriff dieser neuen Kunstrichtung. Ausstellungsort war das Atelier des Fotografen Nadar am Boulevard des Capucines.

Pissarro setzte CĂ©zannes Teilnahme gegen die Bedenken einiger Mitglieder durch, die befĂŒrchteten, CĂ©zannes kĂŒhne Bilder könnten der Ausstellung schaden. Neben CĂ©zanne stellten unter anderem Renoir, Monet, Alfred Sisley, Berthe Morisot, Edgar Degas und Pissarro aus. Manet lehnte eine Beteiligung ab, fĂŒr ihn war CĂ©zanne „ein Maurer, der mit der Kelle malt“.cite-ref-15[15] Besonders CĂ©zanne erregte mit seinen GemĂ€lden wie der Landschaft bei Auvers und der Modernen Olympia großes Aufsehen, EntrĂŒstung und HohngelĂ€chter bei den Kritikern.cite-ref-16[16] In Eine moderne Olympia, geschaffen als Bildzitat von Manets 1863 entstandenem, vielfach geschmĂ€htem GemĂ€lde Olympia, suchte CĂ©zanne eine noch drastischere Darstellung und zeigte neben Prostituierter und Dienerin auch den Freier, in dessen Gestalt CĂ©zanne persönlich vermutet wird.cite-ref-17[17]

Die Ausstellung erwies sich als finanzieller Misserfolg; bei der Schlussabrechnung ergab sich ein Defizit von ĂŒber 180 Francs fĂŒr jeden der teilnehmenden KĂŒnstler. CĂ©zannes Werk Das Haus des GehĂ€ngten gehörte zu den Bildern, die trotz der Verrisse verkauft werden konnten. Der Sammler Graf Doria erwarb es fĂŒr 300 Francs.cite-ref-18[18]

Im Jahr 1875 traf CĂ©zanne den Zollinspektor und Kunstsammler Victor Chocquet, der, vermittelt durch Renoir, drei seiner Arbeiten kaufte und sein treuester Sammler wurde. An der zweiten Ausstellung der Gruppe nahm CĂ©zanne nicht teil, prĂ€sentierte dafĂŒr im Jahr 1877, in der dritten Ausstellung, gleich 16 seiner Werke, die sich wiederum erhebliche Kritik zuzogen. Es war das letzte Mal, dass er gemeinsam mit den Impressionisten ausstellte.cite-ref-19[19] Ein weiterer Förderer war der FarbenhĂ€ndler Julien „PĂšre“ Tanguy, der die jungen Maler unterstĂŒtzte, indem er ihnen Farben und Leinwand lieferte und dafĂŒr GemĂ€lde erhielt.

Im MĂ€rz 1878 erfuhr CĂ©zannes Vater durch eine unbedachte briefliche Äußerung Victor Chocquets von der lange verborgen gehaltenen Beziehung zu Hortense und dem gemeinsamen unehelichen Sohn Paul. Er kĂŒrzte darauf den monatlichen Wechsel um die HĂ€lfte, und fĂŒr CĂ©zanne begann eine finanziell angespannte Zeit, in der er Zola um Hilfe bitten musste.cite-ref-20[20]

1881 arbeitete CĂ©zanne in Pontoise mit Paul Gauguin und Pissarro zusammen; CĂ©zanne kehrte am Ende des Jahres nach Aix zurĂŒck. Er warf Gauguin spĂ€ter vor, dass er ihm seine „kleine Empfindung“ gestohlen habe und dieser andererseits jedoch nur Chinoiserien male.cite-ref-21[21] Mit Antoine Guillemet wurde 1882 ein Freund CĂ©zannes Mitglied der Jury des Salons. Da jedes Jurymitglied das Privileg hatte, ein Bild eines seiner SchĂŒler zu zeigen, gab er CĂ©zanne als seinen SchĂŒler aus und erreichte dessen erste Teilnahme beim Salon. Das Werk, es war ein PortrĂ€t seines Vaters aus den sechziger Jahren, wurde an eine schlecht belichtete Stelle eines abgelegenen Saals in die oberste Reihe gehĂ€ngt und erfuhr keinerlei Beachtung.

CĂ©zanne arbeitete im FrĂŒhjahr 1882 mit Renoir in Aix und – erstmals – in L’Estaque zusammen, einem kleinen Fischerort bei Marseille, den er auch 1883 und 1888 aufsuchte. Bei einem der ersten beiden Aufenthalte entstand Die Bucht von Marseille, von L’Estaque aus gesehen.cite-ref-22[22] Im Herbst 1885 und in den folgenden Monaten hielt sich CĂ©zanne in Gardanne auf, einer kleinen, auf einem HĂŒgel gelegenen Stadt in der NĂ€he von Aix-en-Provence, wo er mehrere GemĂ€lde schuf, deren facettierte Formen bereits den Malstil des Kubismus antizipieren.

Bruch mit Zola, Heirat 1886

Die lange freundschaftliche Beziehung zu Émile Zola war distanzierter geworden. Der weltgewandte, erfolgreiche Schriftsteller hatte sich 1878 ein luxuriöses Sommerhaus in MĂ©dan in der NĂ€he von Auvers eingerichtet, wo ihn CĂ©zanne in den Jahren 1879 bis 1882 sowie 1885 wiederholt besucht hatte; doch der aufwĂ€ndige Lebensstil des Freundes hatte ihm, der ein anspruchsloses Leben fĂŒhrte, seine eigene UnzulĂ€nglichkeit vor Augen gefĂŒhrt und veranlasste ihn zum Selbstzweifel.cite-ref-23[23]

Zola, der den Jugendfreund inzwischen als einen Gescheiterten betrachtete, veröffentlichte im MĂ€rz 1886 seinen SchlĂŒsselroman L’ƒuvre aus dem Romanzyklus der Rougon-Macquart, dessen Protagonist, der Maler Claude Lantier, die Verwirklichung seiner Ziele nicht erreicht und Selbstmord begeht. Um die Parallelen zwischen Fiktion und Biografie noch zu steigern, stellte Zola in seinem Werk dem Maler Lantier den erfolgreichen Schriftsteller Sandoz zur Seite. Monet und Edmond de Goncourt sahen in der Romanfigur des Malers eher Édouard Manet beschrieben, doch CĂ©zanne fand sich als Person in vielen Einzelheiten widergespiegelt. Er bedankte sich förmlich fĂŒr die Zusendung des vermeintlich auf ihn bezogenen Werks. Der Kontakt der beiden Jugendfreunde brach daraufhin fĂŒr immer ab.cite-ref-24[24]

Am 28. April 1886 heirateten Paul CĂ©zanne und Hortense Fiquet in Anwesenheit seiner Eltern in Aix. Die Verbindung zu Hortense wurde nicht aus Liebe legalisiert, da ihre Beziehung schon seit lĂ€ngerem zerrĂŒttet war. CĂ©zanne hatte eine Scheu vor Frauen und eine panische Angst vor BerĂŒhrungen, ein Trauma, das aus seiner Kindheit stammte, als ihm nach eigener Aussage auf der Treppe ein MitschĂŒler hinterrĂŒcks einen Fußtritt von hinten versetzt hatte.cite-ref-25[25] Durch die Heirat sollte vielmehr der inzwischen vierzehnjĂ€hrige Sohn Paul, den CĂ©zanne sehr liebte, als ehelicher Sohn in seinen Rechten gesichert werden.

Trotz der belasteten Beziehung war Hortense die Person, die CĂ©zanne am hĂ€ufigsten portrĂ€tierte. Vom Beginn der siebziger bis zu den frĂŒhen neunziger Jahren sind 26 GemĂ€lde von Hortense bekannt. Sie ließ die anstrengenden Sitzungen bewegungslos und geduldig ĂŒber sich ergehen. Das gezeigte Bild entstand um 1890 in der Wohnung auf der Île Saint-Louis in Paris am Quai d’Anjou 15.cite-ref-26[26]

Im Oktober 1886, nach dem Tod des Vaters, erbten CĂ©zanne, seine Mutter und Schwestern dessen Vermögen, zu dem auch das Landgut Jas de Bouffan gehörte, sodass CĂ©zannes finanzielle Lage wesentlich entspannter wurde. „Mein Vater war ein genialer Mann“, sagte er rĂŒckblickend, „er hinterließ mir ein Einkommen von 25.000 Francs.“cite-ref-27[27]

Ausstellung bei Les Vingt 1890

Cézanne lebte in Paris und zunehmend in Aix ohne seine Familie. Renoir besuchte ihn dort im Januar 1888, und sie arbeiteten gemeinsam im Atelier des Jas de Bouffan. Im Jahr 1890 erkrankte Cézanne an Diabetes; durch die Krankheit wurde er noch schwieriger im Umgang mit seinen Mitmenschen.

In der Hoffnung, die gestörte Beziehung zu Hortense könne sich stabilisieren, verbrachte CĂ©zanne mit ihr und seinem Sohn Paul einige Monate in der Schweiz. Der Versuch missglĂŒckte, daher kehrte er in die Provence zurĂŒck, Hortense und Paul nach Paris.

Im selben Jahr stellte er drei seiner Werke bei der Gruppe Les Vingt in BrĂŒssel aus. Die SociĂ©tĂ© des Vingt, kurz Les XX oder Les Vingt, deutsch Die XX oder Die Zwanzig, war eine um 1883 gegrĂŒndete Vereinigung von belgischen oder in Belgien lebenden KĂŒnstlern, darunter Fernand Khnopff, ThĂ©o van Rysselberghe, James Ensor und das Geschwisterpaar Anna und EugĂšne Boch.

Cézannes erste Einzelausstellung in Paris 1895

Im Mai 1895 besuchte er zusammen mit Pissarro die Ausstellung Monets in der Galerie Durand-Ruel. Er war begeistert, nannte aber spĂ€ter bezeichnenderweise das Jahr 1868 als Monets stĂ€rkste Zeit, als dieser noch mehr unter dem Einfluss Courbets stand. Mit seinem Studienkameraden aus der AcadĂ©mie Suisse, Achille Emperaire, begab sich CĂ©zanne in das Gebiet um den Ort Le Tholonet, wo er im „ChĂąteau Noir“ wohnte, das am Sainte-Victoire-Gebirge liegt. Besonders das Gebirge nahm er in seinen GemĂ€lden oft zum Thema. Er mietete sich am nah gelegenen Steinbruch BibĂ©mus eine HĂŒtte; BibĂ©mus wurde ein weiteres Motiv fĂŒr seine GemĂ€lde.

Ambroise Vollard, ein aufstrebender Galerist, eröffnete im November 1895 CĂ©zannes erste Einzelausstellung. Er zeigte in seiner Galerie eine Auswahl von 50 aus etwa 150 Werken, die ihm CĂ©zanne als Paket zugeschickt hatte. Über die Ausstellung eines Manet-Konvoluts in seinem kleinen Laden hatte Vollard 1894 Degas und Renoir kennengelernt, die bei ihm Manet-Arbeiten gegen eigene Werke eintauschten. Vollard knĂŒpfte ebenfalls Beziehungen zu Pierre Bonnard und Édouard Vuillard, und als im selben Jahr der bekannte FarbenhĂ€ndler PĂšre Tanguy starb, konnte Vollard aus dessen Nachlass sehr gĂŒnstig Arbeiten von drei damals noch Unbekannten kaufen: CĂ©zanne, Gauguin und van Gogh. Der erste KĂ€ufer eines CĂ©zanne-GemĂ€ldes war Monet, es folgten Kollegen wie Degas, Renoir, Pissarro und spĂ€ter dann Kunstsammler. Die Preise fĂŒr Werke CĂ©zannes stiegen um das Hundertfache, und Vollard profitierte wie stets von seinen LagerbestĂ€nden.cite-ref-28[28]

Im Jahr 1897 wurde zum ersten Mal ein CĂ©zanne-GemĂ€lde von einem Museum angekauft. Hugo von Tschudi erwarb CĂ©zannes Landschaftsmalerei Die MĂŒhle an der Couleuvre bei Pontoise in der Galerie Durand-Ruel fĂŒr die Berliner Nationalgalerie.

CĂ©zannes Mutter starb am 25. Oktober 1897. Im November 1899 verkaufte er auf DrĂ€ngen seiner Schwester das nun praktisch verwaiste Anwesen „Jas de Bouffan“ und bezog eine kleine Stadtwohnung in der 23, Rue Boulegon in Aix-en-Provence; der geplante Kauf des Anwesens „ChĂąteau Noir“ hatte sich nicht realisieren lassen. Er stellte eine HaushĂ€lterin ein, Mme Bremond, die ihn bis zu seinem Tod betreuen sollte.

Hommage à Cézanne

Der Kunstmarkt reagierte inzwischen weiterhin positiv auf CĂ©zannes Werke; so schrieb Pissarro im Juni 1899 aus Paris von der Versteigerung der Sammlung Chocquets aus dessen Nachlass: „Dazu gehören zweiunddreißig CĂ©zannes ersten Ranges [
]. Die CĂ©zannes werden sehr hohe Preise bringen und sind bereits mit vier- bis fĂŒnftausend Francs angesetzt.“ In dieser Auktion wurden erstmals marktgerechte Preise fĂŒr Bilder CĂ©zannes erzielt, sie lagen jedoch noch „weit unter denen fĂŒr GemĂ€lde Manets, Monets oder Renoirs.“cite-ref-29[29]

Im Jahr 1901 stellte Maurice Denis sein 1900 entstandenes großes GemĂ€lde Hommage Ă  CĂ©zanne in Paris und BrĂŒssel aus. Das Bildthema ist die Galerie von Ambroise Vollard, in der ein Bild – CĂ©zannes GemĂ€lde Stillleben mit Obstschale – prĂ€sentiert wird, das frĂŒher im Besitz von Paul Gauguin war. Der Schriftsteller AndrĂ© Gide erwarb Hommage Ă  CĂ©zanne und gab es 1928 an das MusĂ©e du Luxembourg. GegenwĂ€rtig ist es im Bestand des MusĂ©e d’Orsay, Paris. Zu den portrĂ€tierten Personen: Odilon Redon steht links im Vordergrund, er hört Paul SĂ©rusier zu, der sich ihm gegenĂŒber befindet. Von links nach rechts sind weiterhin Edouard Vuillard, der Kritiker AndrĂ© Mellerio mit Zylinder, Vollard hinter der Staffelei, Maurice Denis, Paul Ranson, Ker-Xavier Roussel, Pierre Bonnard mit Pfeife, und ganz rechts Marthe Denis, die Ehefrau des Malers, abgebildet.cite-ref-30[30]

Die letzten Jahre

1901 erwarb CĂ©zanne ein GrundstĂŒck nördlich der Stadt Aix-en-Provence, wo er nach seinen BedĂŒrfnissen 1902 das Atelier des Lauves am Chemin des Lauves bauen ließ. FĂŒr großformatige GemĂ€lde wie Die Großen Badenden, die im Atelier des Lauves entstanden, ließ er an der Außenwand einen langen schmalen Mauerspalt errichten, durch den natĂŒrliches Licht fließen konnte. In diesem Jahr starb Zola, was CĂ©zanne trotz der Entfremdung in Trauer versetzte.

Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich mit zunehmendem Alter; zu seiner Zuckerkrankheit kamen Altersdepressionen hinzu, die sich in wachsendem Misstrauen gegenĂŒber seinen Mitmenschen bis hin zum Verfolgungswahn Ă€ußerten. Allerdings machten es ihm die Aixer MitbĂŒrger und Teile der Presse nicht leicht. Trotz der zunehmenden Anerkennung des KĂŒnstlers erschienen gehĂ€ssige Pressetexte, und er erhielt zahlreiche Drohbriefe.cite-ref-31[31] „Ich verstehe die Welt nicht, und die Welt versteht mich nicht, darum habe ich mich von der Welt zurĂŒckgezogen“, so Ă€ußerte sich der alte CĂ©zanne gegenĂŒber seinem Kutscher.cite-ref-32[32]

Als Cézanne im September 1902 sein Testament bei einem Notar hinterlegte, schloss er seine Frau Hortense vom Erbe aus und erklÀrte darin seinen Sohn Paul zum Alleinerben.cite-ref-33[33]

Im Jahr 1903 stellte er zum ersten Mal im neu gegrĂŒndeten Salon d’Automne (Pariser Herbstsalon) aus. Der Maler und Kunsttheoretiker Émile Bernard besuchte ihn erstmals im Februar 1904 fĂŒr einen Monat und veröffentlichte im Juli einen Artikel ĂŒber den Maler in der Zeitschrift L’Occident. CĂ©zanne arbeitete damals an einem Vanitas-Stillleben mit drei SchĂ€deln auf einem orientalischen Teppich. Bernard berichtete, dass wĂ€hrend seines Aufenthalts dieses GemĂ€lde jeden Tag seine Farbe und Form wechselte, obgleich es vom ersten Tag an als vollendet erschien. Er sah dieses Werk spĂ€ter als CĂ©zannes VermĂ€chtnis an und resĂŒmierte: „Wahrlich, seine Art zu arbeiten war ein Nachdenken mit dem Pinsel in der Hand.“cite-ref-adrianil101-34-0[34] In den mehrfach geschaffenen Memento-mori-Stillleben zeigte sich CĂ©zannes zunehmende Altersdepression, die in seinen Briefen seit 1896 mit Bemerkungen wie „das Leben beginnt fĂŒr mich von einer tödlichen Monotonie zu sein“cite-ref-adrianil101-34-1[34] anklang. Mit Bernard entspann sich ein Briefwechsel bis zu CĂ©zannes Tod; er veröffentlichte seine Erinnerungen Souvenirs sur Paul CĂ©zanne erstmals 1907 im Mercure de France, und 1912 erschienen sie in Buchform.cite-ref-35[35]

Vom 15. Oktober bis zum 15. November 1904 war ein ganzer Raum des Salon d’Automne mit den Werken CĂ©zannes ausgestattet. 1905 fand eine Ausstellung in London statt, in der auch seine Arbeiten gezeigt wurden; die Galerie Vollard stellte im Juni seine Werke aus, und der Salon d’Automne schloss sich wiederum vom 19. Oktober bis zum 25. November mit 10 GemĂ€lden an.

Der Kunsthistoriker und MĂ€zen Karl Ernst Osthaus, der 1902 das Museum Folkwang gegrĂŒndet hatte, besuchte CĂ©zanne am 13. April des Jahres 1906, in der Hoffnung, ein GemĂ€lde des KĂŒnstlers erwerben zu können. Seine Frau Gertrud machte die vermutlich letzte fotografische Aufnahme CĂ©zannes.cite-ref-36[36] Osthaus schilderte seinen Besuch in seiner im selben Jahr veröffentlichten Schrift Ein Besuch bei CĂ©zanne.

Trotz der spĂ€ten Erfolge konnte CĂ©zanne sich seinen Zielvorstellungen immer nur annĂ€hern. Am 5. September 1906 schrieb er an seinen Sohn Paul: „Schließlich will ich Dir sagen, daß ich als Maler vor der Natur hellsichtiger werde, doch daß bei mir die Realisierung meiner Empfindungen immer sehr mĂŒhselig ist. Ich kann nicht die IntensitĂ€t erreichen, die sich vor meinen Sinnen entwickelt, ich besitze nicht jenen wundervollen Farbenreichtum, der die Natur belebt.“cite-ref-37[37]

Am 15. Oktober geriet CĂ©zanne beim Malen vor dem Motiv in ein Unwetter; er verlor die Besinnung, wurde von den Kutschern eines WĂ€schekarrens aufgelesen und nach Hause gebracht. Aufgrund der UnterkĂŒhlung zog er sich eine schwere LungenentzĂŒndung zu. Am nĂ€chsten Tag ging CĂ©zanne noch in den Garten, um an seinem letzten GemĂ€lde, dem Bildnis des GĂ€rtners Vallier, zu arbeiten, und schrieb einen ungehaltenen Brief an seinen FarbenhĂ€ndler, in dem er die Verzögerung der Farbenlieferung beklagte. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich jedoch zusehends. Seine Frau Hortense und Sohn Paul wurden telegrafisch von der HaushĂ€lterin informiert, doch sie kamen zu spĂ€t. Am 22. Oktober 1906 starb CĂ©zanne in Aix-en-Provence.cite-ref-38[38]

Cézannes Werk

Chronologie

Paris 1861–1871

CĂ©zannes frĂŒhe „dunkle“ Periode war beeinflusst von den Werken der französischen Romantik und des beginnenden Realismus; Vorbilder waren EugĂšne Delacroix und Gustave Courbet. Seine GemĂ€lde sind gekennzeichnet durch einen dicken Farbauftrag, kontrastreiche, dunkle Töne mit ausgeprĂ€gten Schatten, die Verwendung von reinem Schwarz und anderen mit Schwarz vermischten Farbtönen, braun, grau sowie preußisch-blau; gelegentlich kommen einige weiße Tupfen oder grĂŒne und rote Pinselstriche zum Aufhellen hinzu, welche die monochrome Eintönigkeit beleben.cite-ref-g26-39-0[39] Themen seiner Bilder aus dieser Zeit sind PortrĂ€ts der Familienmitglieder oder dĂ€monisch-erotischen Inhalts, in denen eigene traumatische Erlebnisse anklingen. Beispiele sind Die EntfĂŒhrung und Der Mord.

Paris/Provence 1872–1882

In seiner zweiten – der impressionistischen – Periode orientierte er sich an Werken von Camille Pissarro und Édouard Manet, gab seine dunkle Malweise auf und benutzte nun eine rein auf den Grundtönen, Gelb, Rot und Blau, basierende Farbpalette. Dadurch löste er sich von seiner Technik des schweren, oft ĂŒberladen wirkenden Farbauftrags und ĂŒbernahm die lockere, aus nebeneinander gesetzten Pinselstrichen bestehende Maltechnik seiner Vorbilder. PortrĂ€ts und figĂŒrliche Kompositionen traten in diesen Jahren zurĂŒck. CĂ©zanne schuf in Folge LandschaftsgemĂ€lde, in denen der illusionistische Tiefenraum immer deutlicher aufgehoben wurde. Die „GegenstĂ€nde“ werden weiterhin als Volumina aufgefasst und auf ihre geometrischen Grundformen zurĂŒckgefĂŒhrt. Diese Gestaltungsmethode wird auf die gesamte BildflĂ€che ĂŒbertragen. Der malerische Gestus behandelt die „Ferne“ nun in Ă€hnlicher Weise wie die „GegenstĂ€nde“ selbst, sodass sich der Eindruck einer Fernwirkung einstellt. Auf diese Weise verließ CĂ©zanne einerseits den traditionellen Bildraum, arbeitete andererseits jedoch dem zerfließenden Eindruck impressionistischer Bildwerke entgegen. Unter anderem entstanden GemĂ€lde mit Motiven vom Jas de Bouffan und von L’Estaque.

Provence 1883–1895

Es folgte die „Periode der Synthese“, in der sich CĂ©zanne nun gĂ€nzlich von der impressionistischen Malweise löste. Er verfestigte die Formen durch flĂ€chig-diagonalen Farbauftrag, hob die perspektische Darstellung zur Erzeugung der Bildtiefe auf und richtete sein Augenmerk auf die Ausgewogenheit der Komposition. In dieser Periode schuf er vermehrt Landschafts- und Figurenbilder. In einem Brief an seinen Freund Joachim Gasquet schrieb er: „Die farbigen FlĂ€chen, immer die FlĂ€chen! Der farbige Ort, wo die Seele der FlĂ€chen bebt, die prismatische WĂ€rme, die Begegnung der FlĂ€chen im Sonnenlicht. Ich entwerfe meine FlĂ€chen mit meinen Farbabstufungen auf der Palette, verstehen Sie mich! [
] Die FlĂ€chen mĂŒssen deutlich in Erscheinung treten. Deutlich [
] aber sie mĂŒssen richtig verteilt sein, ineinander ĂŒbergehen. Alles muss zusammenspielen und doch wieder Kontraste bilden. Auf die Volumen allein kommt es an!“cite-ref-g26-39-1[39]

Die Stillleben, die CĂ©zanne schon ab den spĂ€ten 1880er Jahren malte, sind ein weiterer Schwerpunkt seines Werks. Er verzichtete auf die linearperspektivische Wiedergabe der Motive und stellte sie stattdessen in den fĂŒr ihn kompositorisch sinnvollen Dimensionen dar; so kann beispielsweise eine Birne ĂŒberdimensional groß sein, um das innerbildliche Gleichgewicht und eine spannungsreiche Komposition zu erreichen. Er baute seine Arrangements im Atelier auf. Neben den FrĂŒchten sind es KrĂŒge, Töpfe und Teller, gelegentlich ein Putto, oft umgeben von einem weißen, gebauschten Tischtuch, das dem Sujet barocke FĂŒlle verleiht. Nicht die GegenstĂ€nde sollen Aufmerksamkeit erregen, sondern die Anordnung der Formen und Farben auf der FlĂ€che. CĂ©zanne entwickelte die Komposition aus einzelnen, ĂŒber die Leinwand verteilten Farbtupfen, aus denen sich allmĂ€hlich Form und Volumen des Gegenstands aufbauen. Die Erreichung des Gleichgewichts dieser Farbflecken auf der Leinwand erfordert eine langsame Arbeitsweise, sodass CĂ©zanne an einem GemĂ€lde oft lange Zeit arbeitete.cite-ref-40[40]

Nachdem CĂ©zanne zunĂ€chst nur Familienmitglieder oder Freunde portrĂ€tiert hatte, gestattete es ihm seine bessere Finanzlage, fĂŒr das 1888–1890 geschaffene PortrĂ€t Der Knabe mit der roten Weste, das zu seinen bekanntesten GemĂ€lden gehört, ein Berufsmodell zu verpflichten, einen jungen Italiener namens Michelangelo di Rosa. Er wurde insgesamt auf vier GemĂ€lden und zwei Aquarellen dargestellt.cite-ref-41[41]

Ein weiteres berĂŒhmtes Bild aus dieser Zeit ist Der Raucher mit aufgestĂŒtztem Arm (Le fumeur accoudĂ©) von 1890. Fritz Wichert erwarb das Bild 1912 von Paul Cassirer in Berlin gegen den entschiedenen Widerstand der damaligen stĂ€dtischen Ankauf-Kommission fĂŒr den von ihm geschaffenen „Franzosensaal“ der Kunsthalle Mannheim.cite-ref-42[42]

CĂ©zanne malte in den Jahren 1890 und 1895 fĂŒnf Versionen des Bildes Die Kartenspieler (Les Joueurs de cartes), in denen die gleiche Person in verschiedenen Varianten dargestellt ist. FĂŒr Die Kartenspieler standen ihm Bauern und Tagelöhner Modell, die auf den Feldern beim Jas de Bouffan arbeiteten. Es sind keine Genrebilder, auch wenn sie Szenen aus dem Alltagsleben zeigen; das Motiv ist nach strengen Farb- und Formgesetzen aufgebaut.

Provence 1896–1906

Eine Hinwendung zu frei erfundenen Figuren in der Landschaft bestimmt viele Werke des SpĂ€twerks, der sogenannten „lyrischen Periode“, wie etwa der Zyklus der Badenden; CĂ©zanne schuf etwa 140 GemĂ€lde und Skizzen zum Thema der Badeszenen. Hier findet sich seine Verehrung fĂŒr die klassische Malerei wieder, die in arkadischen Idyllen Mensch und Natur in Harmonie zu vereinigen sucht. In den letzten sieben Jahren schuf er drei großformatige Fassungen von Die Großen Badenden (Les Grandes Baigneuses), wobei das in Philadelphia ausgestellte Werk im Format 208 × 249 cm das grĂ¶ĂŸte ist. CĂ©zanne ging es um die Komposition und das Zusammenspiel von Formen und Farben, von Natur und Figuren. FĂŒr seine GemĂ€lde in dieser Zeit benutzte er als Vorlage Skizzen und Fotografien, da ihm die Gegenwart nackter Modelle nicht behagte.cite-ref-43[43]

Die Gegend um das Gebirge Montagne Sainte-Victoire war einer der wichtigsten Themenkreise der spĂ€ten Jahre. Von einem Aussichtspunkt oberhalb seines Ateliers aus, spĂ€ter Terrain des Paintres genannt, malte er mehrere Ansichten des Berges. Eine genaue Naturbeobachtung war Voraussetzung fĂŒr CĂ©zannes Malerei: „Um eine Landschaft richtig zu malen, muß ich auch zuerst die geologische Schichtung erkennen.“cite-ref-44[44] Insgesamt malte er mehr als 30 Ölbilder sowie 45 Aquarelle des Gebirges, und er war stets darauf bedacht, „Konstruktionen und Harmonien parallel zur Natur“ zu finden.

CĂ©zanne befasste sich vor allem in seinem SpĂ€twerk mit der Aquarellmalerei, da ihm klar geworden war, dass die spezifische Anwendung seiner Mittel in diesem Medium besonders offenkundig dargelegt werden konnte. Die spĂ€ten Aquarelle wirkten auch auf seine Ölmalerei zurĂŒck, beispielsweise bei der Studie mit Badenden (1902–1906), in der eine Darstellung voller farbig flankierter „Leerstellen“ als vollendet erscheint.cite-ref-45[45] So betonte auch der Maler und Kunstkritiker Roger Fry in seiner grundlegenden CĂ©zanne-Publikation CĂ©zanne: A Study of His Development aus dem Jahr 1927, dass nach 1885 die Technik des Aquarells stark auf seine Malerei mit Ölfarben eingewirkt habe. Einem grĂ¶ĂŸeren Interessentenkreis sind die Aquarelle in Vollards CĂ©zanne-Monographie 1914 und in Julius Meier-Graefes 1918 edierter Bildmappe mit zehn Faksimiles nach den Aquarellen bekannt geworden.cite-ref-46[46] Nur leicht mit Farbe versehene Bleistiftstudien, die vereinzelt in Skizzenalben vorkamen, stehen neben sorgfĂ€ltig ausgemalten Werken. Viele Aquarelle sind den Realisationen auf der Leinwand ebenbĂŒrtig und bilden eine autonome Werkgruppe. In der Themenstellung dominieren die Landschaftsaquarelle, gefolgt von Figurenbildern und Stillleben, wĂ€hrend PortrĂ€ts im Gegensatz zu den GemĂ€lden und Zeichnungen seltener sind.cite-ref-47[47]

Methode

Wie fĂŒr die Antike und die alten Meister ist fĂŒr CĂ©zanne die Grundlage der Malerei das Zeichnen, die Voraussetzung aller Arbeit aber die Unterordnung unter den Gegenstand, beziehungsweise das Auge oder das reine Schauen: „Das ganze Wollen des Malers muss schweigen. Er soll in sich verstummen lassen alle Stimmen der Voreingenommenheit. Vergessen! Vergessen! Stille schaffen! Ein vollkommenes Echo sein. [
] Die Landschaft spiegelt sich, vermenschlicht sich, denkt sich in mir. [
] Ich steige mit ihr zu den Wurzeln der Welt. Wir keimen. Eine zĂ€rtliche Erregung ergreift mich und aus den Wurzeln dieser Erregung steigt dann der Saft, die Farbe. Ich bin der wirklichen Welt geboren. Ich sehe! [
] Um das zu malen muss dann das Handwerk einsetzen, aber ein demĂŒtiges Handwerk, das gehorcht und bereit ist, unbewusst zu ĂŒbertragen.“cite-ref-48[48]

CĂ©zanne als Methodiker der Farbe hat neben Ölbildern und Aquarellen ein umfangreiches Werk von mehr als 1200 Zeichnungen hinterlassen, das, zu Lebzeiten in den SchrĂ€nken und Mappen des Ateliers verborgen, erst in den 1930er Jahren die Sammler zu interessieren begann. Sie bilden das Arbeitsmaterial fĂŒr seine Werke und zeigen Detailskizzen, Beobachtungsnotizen und Nachzeichnungen auf CĂ©zannes teilweise nur schwer entzifferbaren Stationen auf dem Weg zur Bildrealisation. Ihre an den Entstehungsprozess des jeweiligen Werkes gebundene Aufgabe bestand darin, die Gesamtstruktur und die Objektbezeichnungen innerhalb des Bildorganismus zu geben. Noch im hohen Alter entstanden PortrĂ€t- und Figurenzeichnungen nach Vorbildern antiker Bildwerke und BarockgemĂ€lde aus dem Louvre, die ihm ĂŒber die Vereinzelung plastischer Erscheinungen Klarheit verschafften. Daher bildete das Schwarzweiß der Zeichnungen eine wesentliche Voraussetzung fĂŒr CĂ©zannes Gestaltungen aus der Farbe.cite-ref-49[49]

Paul CĂ©zanne war der erste KĂŒnstler, der damit begann, Objekte in einfache geometrische Formen zu zerlegen. Er schrieb in seinem hĂ€ufig zitierten Brief vom 15. April 1904 an den Maler und Kunsttheoretiker Émile Bernard, der CĂ©zanne in dessen letzten Jahren kennengelernt hatte: „Man behandle die Natur gemĂ€ĂŸ Zylinder, Kugel und Kegel und bringe das Ganze in die richtige Perspektive, so daß jede Seite eines Objektes, einer FlĂ€che nach einem zentralen Punkt fĂŒhrt [
]“cite-ref-50[50] In den Werkgruppen Montagne Sainte-Victoire und den Stillleben verwirklichte CĂ©zanne seine Ideen der Malerei. So wird in seiner Bildauffassung selbst ein Berg als eine Übereinanderschichtung von Formen, RĂ€umen und Strukturen aufgefasst, die sich ĂŒber dem Boden erheben.cite-ref-g26-39-2[39]

Émile Bernard schrieb ĂŒber CĂ©zannes ungewöhnliche Arbeitsweise: „Er begann mit den Schattenteilen und mit einem Fleck, auf den er einen zweiten, grĂ¶ĂŸeren setzte, dann einen dritten, bis alle diese Farbtöne, einander deckend, mit ihrem Kolorit den Gegenstand modellierten. Da begriff ich, dass ein Harmoniegesetz seine Arbeit leitete und dass diese Modulationen eine im voraus in seinem Verstand festgesetzte Richtung hatten.“cite-ref-51[51] In dieser vorherbestimmten Richtung liegt fĂŒr CĂ©zanne das eigentliche Geheimnis der Malerei im Zusammenhang von Harmonie und der Illusion der Tiefe. GegenĂŒber dem Sammler Karl Ernst Osthaus betonte CĂ©zanne am 13. April 1906 bei dessen Besuch in Aix, dass die Hauptsache in einem Bild das Treffen der Distanz sei. Die Farbe mĂŒsse jeden Sprung ins Tiefe ausdrĂŒcken. Daran ist das Können des Malers zu erkennen.cite-ref-52[52]

Aller sur le motif , sensation und réalisation

CĂ©zanne verwendete vorzugsweise diese Begriffe, wenn er sein malerisches Verfahren beschrieb. Da ist zunĂ€chst das „Motiv“, mit dem er nicht nur den gegenstĂ€ndlichen Begriff des Bildes meinte, sondern ebenfalls die Motivation fĂŒr seine unermĂŒdliche Arbeit des Beobachtens und Malens. Aller sur le motif, wie er seinen Gang zur Arbeit nannte, bedeutete demnach, in eine Beziehung zu einem Ă€ußeren Objekt zu treten, das den KĂŒnstler innerlich bewegt und das es bildnerisch umzusetzen gilt.

Sensation (Empfindung) ist ein weiterer SchlĂŒsselbegriff in CĂ©zannes Vokabular. ZunĂ€chst meinte er die visuelle Wahrnehmung im Sinne der „Impression“, also einen vom Objekt ausgehenden optischen Sinnesreiz. Zugleich umfasst er die Emotion als psychische Reaktion auf das Wahrgenommene. AusdrĂŒcklich stellte CĂ©zanne nicht das darzustellende Objekt, sondern die sensation in den Mittelpunkt seiner malerischen BemĂŒhungen: „Nach der Natur malen bedeutet nicht den Gegenstand kopieren, es bedeutet seine Empfindungen zu realisieren.“ Das Medium, das zwischen den Dingen und den Empfindungen vermittelte, war die Farbe, wobei CĂ©zanne offenließ, wieweit sie den Dingen entspringt oder aber eine Abstraktion seines Sehens ist.

Mit dem dritten Begriff rĂ©alisation bezeichnete CĂ©zanne die eigentliche malerische AktivitĂ€t, vor dessen Scheitern er sich bis zuletzt fĂŒrchtete. Zu „realisieren“ galt es Mehreres zugleich: zunĂ€chst das Motiv in seiner Vielfalt, des Weiteren die Empfindungen, die das Motiv in ihm auslöste, und schließlich das GemĂ€lde selbst, dessen Verwirklichung die anderen „Realisierungen“ ans Licht bringen konnte. „Malen“ hieß demnach, jene gegenlĂ€ufigen Bewegungen des Aufnehmens und Abgebens, der „Impression“ und der „Expression“ in einer einzigen Geste ineinander aufgehen zu lassen.cite-ref-53[53] Die „Realisierung in der Kunst“ wurde zu einem SchlĂŒsselbegriff in CĂ©zannes Denken und Handeln.

Poussin nach der Natur

„Stellen Sie sich Poussin ganz und gar aus der Natur wiedergewonnen vor“, hatte sich CĂ©zanne gegenĂŒber Joachim Gasquet geĂ€ußert, „das ist die Klassik, die ich anstrebe.“cite-ref-54[54] Der Kunsthistoriker Ernst Gombrich deutet dieses Zitat anlĂ€sslich CĂ©zannes 100. Todestages im Jahr 2006: „Er sah seine Aufgabe darin, nach der Natur zu malen, das heißt sich der Entdeckungen der Impressionisten zu bedienen und dennoch gleichzeitig die innere GesetzmĂ€ĂŸigkeit und Notwendigkeit wiederzugewinnen, die die Kunst Poussins ausgezeichnet hatte.“cite-ref-55[55]

Datierung

Die teils lĂ€ngeren Zeitangaben zur Entstehung in den ƒuvrekatalogen deuten nicht immer darauf hin, dass die Datierung nicht genau zu klĂ€ren ist, auch wenn CĂ©zanne seine Bilder kaum datierte, zumal er an manchen Bildern monate- wenn nicht jahrelang arbeitete, bis er mit dem Ergebnis zufrieden war.cite-ref-56[56] Der KĂŒnstler selbst hat viele seiner Bilder als unvollendet betrachtet, denn Malen war fĂŒr ihn ein unaufhörlicher Prozess.

Die Katalogisierung von CĂ©zannes Werken gestaltete sich zu einer schwierigen Aufgabe. Lionello Venturi gab 1936 den ersten Katalog heraus. CĂ©zannes Werke wurden mit seinem Namen katalogisiert, so ist beispielsweise das letzte von CĂ©zanne bearbeitete GemĂ€lde des GĂ€rtners Vallier mit „Venturi 718“ versehen. John Rewald setzte nach Venturis Tod dessen Arbeit fort. Rewald bildete eine Arbeitsgemeinschaft, in der beschlossen wurde, den von Venturi geschaffenen Werkkatalog zu trennen; Rewald ĂŒbernahm die Kataloge fĂŒr ÖlgemĂ€lde und Aquarelle, der Historiker Adrien Chappuis widmete sich CĂ©zannes Zeichnungen. Dessen Katalog The Drawings of Paul CĂ©zanne – A Catalogue RaisonnĂ© erschien 1973 bei Thames and Hudson in London. Rewalds Paul CĂ©zanne – The Watercolours: A Catalog RaisonnĂ© wurde bei Thames and Hudson, London mit 645 Abbildungen im Jahr 1983 veröffentlicht.

Die fehlende Datierung der GemĂ€lde (Rewald fand insgesamt nur eine) und unprĂ€zise Formulierungen des Bildmotivs wie Paysage oder Quelques pommes stifteten Verwirrung. In seiner frĂŒhen Bearbeitung des Venturi fertigte Rewald eine Liste an, auf der alle Werke aufgenommen wurden, deren Datierung ohne stilistische Analyse vorgenommen werden konnte, denn eine solche Analyse lehnte Rewald als unwissenschaftlich ab. Er setzte seine Liste fort, indem er den verschiedenen Aufenthaltsorten CĂ©zannes folgte, die durch Dokumente nachgewiesen werden konnten. Ein anderes Schema seiner Vorgehensweise war es, auf die Erinnerungen portrĂ€tierter Personen zu vertrauen, besonders, wenn diese CĂ©zannes Zeitgenossen waren. Aufgrund eigener Interviews nahm er zeitliche Zuordnungen vor. Unter den Werken, die mit Sicherheit datiert werden konnten, waren CĂ©zannes GemĂ€lde PortrĂ€t des Kritikers Gustave Geffroy, das der PortrĂ€tierte mit dem Jahr 1895 bestĂ€tigte, und Der See von Annecy, den der KĂŒnstler nur einmal, nĂ€mlich im Jahr 1896, besucht hatte.

Rewald starb 1994, sein Werk konnte er nicht vollstĂ€ndig abschließen. Gab es irgendwelche Zweifel, war es Rewalds Tendenz, eher ein- als auszuschließen. Diese Methode wurde von seinen engsten Mitarbeitern Walter Feilchenfeldt jr., Sohn des KunsthĂ€ndlers Walter Feilchenfeldt, und Jayne Warman ĂŒbernommen, die den Katalog vollendeten und ihn mit Einleitungen versahen. Der Katalog erschien im Jahr 1996 unter dem Titel The Paintings of Paul CĂ©zanne: A Catalogue Raisonne – Review. Er umfasst die 954 Werke, die Rewald aufnehmen wollte.cite-ref-57[57]

Rezeption

Wirkung zu Lebzeiten

Cézannes erste GemÀlde in einem deutschen Museum

Im Jahr 1897 erfolgte der erste Ankauf eines CĂ©zanne-GemĂ€ldes fĂŒr ein Museum durch die Berliner Nationalgalerie unter dessen Direktor Hugo von Tschudi, der die französischen Impressionisten in deutschen Museen bekannt machen wollte. Er erwarb CĂ©zannes Landschaftsmalerei Die MĂŒhle an der Couleuvre bei Pontoise in der Galerie Durand-Ruel. 1904 und 1906 folgten zwei weitere AnkĂ€ufe von CĂ©zannes Stillleben. ZurĂŒckzufĂŒhren war Tschudis Interesse fĂŒr die aktuelle französische Kunstströmung auf den Maler Max Liebermann, der Tschudi 1896 auf dessen erster Dienstreise nach Paris begleitet hatte, um die neue französische Kunstrichtung zu begutachten. Die französischen Museumsdirektoren dagegen verhielten sich weiterhin zurĂŒckhaltend, was zur Folge hatte, dass ihre BestĂ€nde spĂ€ter durch Schenkungen und Legate aufgefĂŒllt werden mussten, um ihren Landsmann angemessen vertreten zu können.cite-ref-58[58]

Zeugnisse zeitgenössischer Freunde und Maler

„Ja, CĂ©zanne, er ist der GrĂ¶ĂŸte von uns allen!“

–

Claude Monet

zu

Georges Clemenceau

CĂ©zannes Jugendfreund, der Schriftsteller Émile Zola, zeigte sich frĂŒh skeptisch ĂŒber CĂ©zannes menschliche und kĂŒnstlerische Eigenschaften und Ă€ußerte bereits im Jahr 1861, dass „Paul das Genie eines großen Malers haben mag, aber nie das Genie besitzen wird, tatsĂ€chlich einer zu werden. Das kleinste Hindernis bringt ihn zur Verzweiflung.“cite-ref-60[60] TatsĂ€chlich waren es CĂ©zannes Selbstzweifel und die Weigerung, kĂŒnstlerische Kompromisse einzugehen, sowie seine Absage an gesellschaftliche ZugestĂ€ndnisse, die seine Zeitgenossen dazu bewogen, ihn als Sonderling zu betrachten.cite-ref-61[61]

Im Kreis der Impressionisten zollte man CĂ©zannes Arbeiten jedoch in besonderem Maße Anerkennung; so sprachen Camille Pissarro, Auguste Renoir, Claude Monet und Edgar Degas begeistert ĂŒber sein Werk, und Pissarro Ă€ußerte: „Ich glaube, es werden noch Jahrhunderte vergehen, bis man sich davon Rechenschaft gibt.“cite-ref-62[62]

Ein PortrĂ€t von CĂ©zanne malte sein Freund und Mentor Pissarro im Jahr 1874, und 1901 schuf der MitbegrĂŒnder der KĂŒnstlergruppe Nabis, Maurice Denis, Hommage Ă  CĂ©zanne, das CĂ©zannes GemĂ€lde Stillleben mit FrĂŒchtencite-ref-63[63] auf der Staffelei inmitten von KĂŒnstlerfreunden in der Galerie Vollard zeigt. Hommage Ă  CĂ©zanne gehörte ursprĂŒnglich Paul Gauguin und wurde spĂ€ter von dem französischen Schriftsteller und Freund Denis’, AndrĂ© Gide, erworben, der es bis zum Jahr 1928 in seinem Besitz hatte. Heute ist es im MusĂ©e d’Orsay ausgestellt.

Zeitgenössische Kunstkritik

Die erste gemeinsame Impressionistenausstellung in Paris im April/Mai 1874 zog extensive Kritik auf sich. Publikum und Kunstkritiker, fĂŒr die „das Ideal“ der École de Beaux Arts der Beweis fĂŒr das Vorliegen von Kunst war, brachen in GelĂ€chter aus. Von Monet behauptete ein Kritiker, er male, indem er seine Farben in ein Gewehr lade und auf die Leinwand schieße. Vor einem Bild CĂ©zannes fĂŒhrte ein Kollege einen Indianertanz auf und rief: „Hugh! [
] Ich bin die wandelnde Impression, das rĂ€chende Palettenmesser, der ‚Boulevard des Capucines‘ von Monet, ‚Das Haus des GehĂ€ngten‘ und ‚Die moderne Olympia‘ von Herrn CĂ©zanne. Hugh! Hugh! Hugh!“cite-ref-64[64]

Der französische Schriftsteller Joris-Karl Huysmans antwortete 1883 Pissarro brieflich auf dessen Vorwurf, CĂ©zanne sei in Huysmans Buch L’Art moderne nur kurz erwĂ€hnt, indem er die Vermutung Ă€ußerte, CĂ©zannes Blick auf die Motive sei durch Astigmatismus verfĂ€lscht: „[
] aber es ist bestimmt ein Augenfehler im Spiele, dessen er sich, wie mir versichert wird, auch bewusst ist.“ FĂŒnf Jahre spĂ€ter wurde sein Urteil in der Zeitschrift La Cravache positiver, als er CĂ©zannes Werke als „fremdartig und doch real“ und als „Offenbarung“ bezeichnete.cite-ref-65[65]cite-ref-66[66]

Der KunsthĂ€ndler Ambroise Vollard kam erstmals 1892 durch den FarbenhĂ€ndler Tanguy mit Werken CĂ©zannes in BerĂŒhrung, die dieser gegen Lieferung von Malutensilien in seinem Laden in der Rue Clauzel auf dem Montmartre ausgestellt hatte. Vollard erinnerte sich an die mangelnde Resonanz: Der Laden sei selten aufgesucht worden, „da es damals noch nicht Mode war, die ‚Greuelwerke‘ teuer, ja nicht einmal billig zu kaufen.“ Tanguy fĂŒhrte sogar Interessenten in des Malers Atelier, zu dem er einen SchlĂŒssel hatte, wo es zum festen Preis von 40 Francs kleine und 100 Francs große Bilder zu erwerben gab.cite-ref-67[67] Das Journal des Artistes gab den allgemeinen Ton von damals wieder, indem es besorgt fragte, ob seine empfindsamen Leserinnen beim Anblick „dieser bedrĂŒckenden Abscheulichkeiten, die das Maß des gesetzlich erlaubten Übels ĂŒbersteigen, nicht von Übelkeit befallen werden“.

Der Kunstkritiker Gustave Geffroy gehörte zu den wenigen Kritikern, die CĂ©zannes Werk zu Lebzeiten gerecht und vorbehaltlos beurteilten. Bereits am 25. MĂ€rz 1894 schrieb er im Journal ĂŒber das damals aktuelle VerhĂ€ltnis der Malerei CĂ©zannes zu den Bestrebungen der jĂŒngeren KĂŒnstler, dass CĂ©zanne eine Art VorlĂ€ufer geworden sei, auf den sich die Symbolisten beriefen, und dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Malerei CĂ©zannes und der Gauguins, Bernards und sogar Vincent van Goghs bestehe. Ein Jahr spĂ€ter, nach der erfolgreichen Ausstellung in der Galerie Vollard im Jahr 1895, fĂŒhrte Geffroy wiederum im Journal aus: „Er ist ein großer Wahrheitsfanatiker, feurig und naiv, herb und nuanciert. Er wird in den Louvre kommen.“ Zwischen diesen beiden Chroniken war das von CĂ©zanne gemalte PortrĂ€t Geffroys entstanden, das CĂ©zanne jedoch in unvollendetem Zustand beließ, weil er mit ihm nicht zufrieden war.cite-ref-68[68]

Postume Wirkung

Retrospektiven nach Cézannes Tod in Paris 1907

Zwei Retrospektiven wĂŒrdigten postum im Jahr 1907 den KĂŒnstler. Vom 17. bis zum 29. Juni zeigte die Pariser Galerie Bernheim-Jeune 79 Aquarelle von CĂ©zanne. Der V. Salon d’Automne widmete ihm anschließend vom 5. Oktober bis zum 15. November eine Hommage und stellte im Grand Palais 49 GemĂ€lde und sieben Aquarelle in zwei RĂ€umen aus. Zu den deutschen Besuchern zĂ€hlten der Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe, der im Jahr 1910 die erste CĂ©zanne-Biografie schreiben sollte, Harry Graf Kessler und Rainer Maria Rilke. Die beiden Ausstellungen motivierten viele KĂŒnstler, wie beispielsweise Georges Braque, AndrĂ© Derain, Wassily Kandinsky, Henri Matisse und Pablo Picasso, zu ihren fĂŒr die Kunst des 20. Jahrhunderts entscheidenden Einsichten.cite-ref-69[69]cite-ref-70[70]

Ausstellungen in London und in den Vereinigten Staaten

Im Jahr 1910 wurden einige von CĂ©zannes GemĂ€lden in der Ausstellung Manet and the Post-Impressionists in London gezeigt (eine weitere folgte 1912). Die Ausstellung war vom Maler und Kunstkritiker Roger Fry in den Grafton Galleries initiiert worden, die englische Kunstinteressierte mit dem Werk von Édouard Manet, Georges Seurat, Vincent van Gogh, Paul Gauguin und CĂ©zanne bekannt machen wollte. Fry schuf mit dem Namen die Bezeichnung fĂŒr den Stil des Post-Impressionismus. Obwohl die Ausstellung von Kritikern und Publikum negativ beurteilt wurde, sollte sie doch bedeutsam fĂŒr die Geschichte der modernen Kunst werden. Fry erkannte den außergewöhnlichen Wert des Weges, den KĂŒnstler wie van Gogh und CĂ©zanne eingeschlagen hatten, indem sie ihre persönlichen GefĂŒhle und ihre Weltsicht durch ihre GemĂ€lde ausdrĂŒckten, auch wenn die damaligen Besucher dies noch nicht nachvollziehen konnten.cite-ref-71[71] Die erste Ausstellung CĂ©zannes in den Vereinigten Staaten fand 1910/11 in der Galerie 291 in New York statt. Im Jahr 1913 wurden seine Werke in der Armory Show in New York ausgestellt; sie war eine bahnbrechende Ausstellung von Kunstwerken und Skulpturen der Moderne, obgleich auch hier die Exponate Kritik und Spott ernteten. Heutzutage werden diese KĂŒnstler, die selbst von ihren eigenen Kunstakademien zu Lebzeiten kritisiert und lĂ€cherlich gemacht wurden, als die VĂ€ter der modernen Kunst angesehen.

Einfluss auf die Moderne und Missdeutungen

„CĂ©zanne! CĂ©zanne war unser aller Vater.“

–

Pablo Picasso

„Eine Art lieber Gott der Malerei.“

–

Henri Matisse

In der Rezeption der Werke und der vermeintlichen Absichten CĂ©zannes liegen viele „produktive“ MissverstĂ€ndnisse verborgen, die auf den weiteren Verlauf und die Entwicklung der modernen Kunst erheblichen Einfluss genommen hatten.cite-ref-74[74] So zeigt die Liste jener KĂŒnstler, die sich mehr oder weniger berechtigt auf ihn beriefen und einzelne Elemente aus der FĂŒlle seiner gestalterischen AnsĂ€tze fĂŒr eigene Bildfindungen ummĂŒnzten, eine nahezu lĂŒckenlose Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Schon Apollinaire stellte 1910 fest, dass „die meisten der neuen Maler behaupten, Nachfolger dieses ernsten, nur an der Kunst interessierten Malers zu sein“.cite-ref-75[75]

Unmittelbar nach CĂ©zannes Tod im Jahr 1906 begann, angeregt durch eine umfassende Ausstellung seiner Aquarelle im FrĂŒhjahr 1907 in der Galerie Bernheim-Jeune sowie eine Retrospektive im Oktober 1907 auf dem Salon d’Automne in Paris, eine lebhafte Auseinandersetzung mit seinem Werk.cite-ref-76[76] Unter den jungen französischen KĂŒnstlern wurden zuerst Matisse und Derain von der Leidenschaft fĂŒr CĂ©zanne ergriffen, es folgten Picasso, Fernand LĂ©ger, Georges Braque, Marcel Duchamp und Piet Mondrian.cite-ref-77[77] Diese Begeisterung war dauerhaft, so Ă€ußerte noch der achtzigjĂ€hrige Matisse im Jahre 1949, dass er der Kunst CĂ©zannes am meisten verdanke.cite-ref-78[78] Ferner bezeichnete Braque den Einfluss CĂ©zannes auf seine Kunst als „Initiation“ und Ă€ußerte 1961: „CĂ©zanne war der erste, der sich von der gelehrten mechanisierten Perspektive abwandte.“cite-ref-79[79] Picasso gestand, „er war fĂŒr mich der einzige Meister 
, er war eine Vaterfigur fĂŒr uns: er war es, der uns Schutz bot.“cite-ref-80[80]

Der CĂ©zanne-Experte Götz Adriani merkt jedoch an, dass etwa die kubistische Rezeption CĂ©zannes – im Besonderen der Salonkubisten Albert Gleizes und Jean Metzinger, die in ihrer Abhandlung Du cubisme aus dem Jahre 1912 CĂ©zanne an den Anfang ihrer Art zu malen stellten – insgesamt recht willkĂŒrlich war. So ließen sie die aus der Naturbeobachtung gewonnene Motivation weitgehend außer Acht.cite-ref-adrianil115-81-0[81] Er weist in diesem Zusammenhang auf die formalistischen Missdeutungen hin, die sich auf die von Bernard veröffentlichte Schrift des Jahres 1907 beziehen. Hier heißt es unter anderem, „man behandle die Natur gemĂ€ĂŸ Zylinder, Kugel und Kegel“. Weitere Missdeutungen dieser Art finden sich in dem von Malewitsch 1919 veröffentlichten Text „Von den neuen Systemen in der Kunst“.cite-ref-adrianil115-81-1[81] So bezweckte CĂ©zanne etwa in seinem Zitat keine Umdeutung der Naturerfahrung im Sinne der Orientierung an kubischen Formelementen, ihm ging es vielmehr darum, den Gegenstandsformen und ihrer Farbigkeit unter den verschiedenen Aspekten im Bilde zu entsprechen.cite-ref-82[82]

Als eines unter vielen Beispielen der EinflĂŒsse CĂ©zannes auf die Moderne sei das GemĂ€lde Mardi Gras, das Sohn Paul mit seinem Freund Louis Guillaume zeigt und ein Sujet aus der Commedia dell’arte umfasst, genannt. Picasso inspirierte es zu einem Harlekin-Thema in seiner rosa Periode. Matisse wiederum griff das Thema des klassischsten GemĂ€ldes aus der Badenden-Folge, Die Großen Badenden aus dem Philadelphia Art Museum, zu seinem GemĂ€lde Die Badende aus dem Jahr 1909 auf.cite-ref-83[83]

Die eben genannten KĂŒnstler bilden erst den Anfang einer Reihe von Inspirierten.cite-ref-adrianil117-84-0[84] Die frĂŒh verstorbene Malerin Paula Modersohn-Becker hatte bereits 1900 bei Vollard CĂ©zannes GemĂ€lde gesehen, die sie tief beeindruckt hatten. Sie schrieb kurz vor ihrem Tod in einem Brief vom 21. Oktober 1907 aus Worpswede an Clara Westhoff: „Ich denke und dachte diese Tage stark an CĂ©zanne und wie das einer von den drei oder vier MalerkrĂ€ften ist, der auf mich gewirkt hat wie ein Gewitter oder ein großes Ereignis.“cite-ref-85[85] Paul Klee notierte 1909 in seinem Tagebuch: „CĂ©zanne ist mir ein Lehrmeister par excellence“, nachdem er in der MĂŒnchner Secession mehr als ein Dutzend GemĂ€lde von CĂ©zanne gesehen hatte.cite-ref-86[86] Die KĂŒnstlergruppe Der Blaue Reiter bezog sich 1912 in ihrem Almanach auf ihn, indem Franz Marc von der Geistesverwandtschaft zwischen El Greco und CĂ©zanne berichtete, deren Werke er jeweils als Eingangspforten einer neuen Epoche der Malerei verstand.cite-ref-adrianig32-87-0[87] Wiederum bezieht sich Kandinsky, der CĂ©zannes GemĂ€lde auf der Retrospektive 1907 im Salon d’Automne gesehen hatte, in seiner 1912 veröffentlichten Schrift „Über das Geistige in der Kunst“ auf CĂ©zanne, in dessen Werk er ein „starkes Mitklingen des Abstrakten“ erkannte und den spirituellen Anteil seiner Überzeugungen bei ihm vorgegeben fand.cite-ref-adrianil117-84-1[84] Max Beckmann sah in seiner 1912 erschienenen Schrift Gedanken ĂŒber zeitgemĂ€ĂŸe und unzeitgemĂ€ĂŸe Kunst in CĂ©zanne ein Genie ebenso wie Franz Marc.cite-ref-adrianig32-87-1[87] El Lissitzky betonte um 1923 seine Bedeutung fĂŒr die Russische Avantgarde, und Lenin regte 1918 an, fĂŒr die Heroen der Weltrevolution DenkmĂ€ler zu errichten; auf der Ehrenliste standen Courbet und CĂ©zanne.cite-ref-adrianig33-88-0[88]

Neben Matisse beschĂ€ftigte sich Alberto Giacometti am eingehendsten mit CĂ©zannes Darstellungsweise. Aristide Maillol arbeitete 1909 an einem CĂ©zanne-Denkmal, das jedoch an der Ablehnung durch die Stadtverwaltung von Aix-en-Provence scheiterte.cite-ref-adrianig33-88-1[88] Auch fĂŒr KĂŒnstler der neueren Generation war CĂ©zanne eine wichtige Instanz. So bezeichnete Jasper Johns ihn neben Duchamp und Leonardo da Vinci als wichtigstes Vorbild. A. R. Penck wiederum wies auf die konzeptionellen Errungenschaften CĂ©zannes hin und betonte: „Mit CĂ©zanne fĂ€ngt auch das an, was wir heute Untergrund nennen. Die Behauptung eines eigenen Raumes und einer eigenen Zielvorstellung gegen die herrschende Tendenz der Zeit.“cite-ref-89[89] Der DĂ€ne Per Kirkeby Ă€ußerte 1989 in der BeschĂ€ftigung mit CĂ©zannes Werken, dass hier einer sein „KĂŒnstlerleben als Pfand gegeben hat fĂŒr etwas, das das meiste, womit wir uns ĂŒblicherweise beschĂ€ftigen, als Ă€ngstliche OriginalitĂ€tssucht und OberflĂ€chlichkeit erscheinen lĂ€ĂŸt“.cite-ref-90[90]

Der deutsche KĂŒnstler Willi Baumeister, der ursprĂŒnglich vom Impressionismus beeinflusste figurative Werke geschaffen hatte, wandte sein Interesse schon um 1910 dem Kubismus und Paul CĂ©zanne zu, dessen Werk er sein Leben lang verbunden blieb. In der EinfĂŒhrung zu einer 1947 erschienenen Bildmappe ĂŒber CĂ©zanne fĂŒhrte er aus: „Es gibt zwei Beugungswinkel in der Geschichte der neueren Kunst. Der eine Beugungswinkel liegt zwischen Cimabue und Giotto. [
] Der zweite Beugungswinkel in der Geschichte der Kunst liegt bei CĂ©zanne. Es beginnt die Abwendung vom ‚naturgetreuen Abbild‘ und die Hinwendung zur unabhĂ€ngigen Formschöpfung und Farbschöpfung. [
] VergrĂ¶ĂŸert man gewisse Bildteile bei CĂ©zanne, [
] so bemerkt man ein rhythmisches GefĂŒge, das kubistisch zu nennen ist und das der Kubismus ĂŒbernahm.“cite-ref-91[91]

Cézannes Einfluss auf Rainer Maria Rilke

„Wenn ich mich erinnere, wie befremdet und unsicher man die ersten Sachen sah“, schrieb Rainer Maria Rilke an seine Frau nach der Besichtigung der großen CĂ©zanne-Retrospektive im Pariser Salon d’Automne von 1907, auf die ihn Paula Modersohn-Becker aufmerksam gemacht hatte: „[
] lange nichts und plötzlich hat man die richtigen Augen.“ Rilke machte mit dieser Aussage sein großes Interesse an der Malerei deutlich, von der er sich Lösungen fĂŒr seine schriftstellerischen Probleme erhoffte: „Es ist gar nicht die Malerei, die ich studiere [
]. Es ist die Wendung in dieser Malerei, die ich erkannte, weil ich sie selbst eben in meiner Arbeit erreicht hatte.“ Bei CĂ©zanne sah er, wie die „Stimmungsmalerei“ ĂŒberwunden werden konnte. Dies entsprach seiner Auffassung vom Dichten, die in den Neuen Gedichten schon umgesetzt wurde. Nach der Ausstellung setzte er Der Neuen Gedichte anderer Teil fort, an der die Anwendung des Prinzips vom „sachlichen Sagen“ in dem Gedicht Die Flamingos deutlich wird. Dass Rilke nicht der einzige modernistische Autor war, fĂŒr den die Frage nach den unterschiedlichen Formen und Funktionen von Bildern und Bildlichkeit in der Literatur zentrale Bedeutung erlangte, wird unter anderem auch in der Auswirkung auf die Literatur um 1900 beispielsweise in den Werken Hugo von Hofmannsthals mit dem „Eindringen der Farbe in die Sprache“ deutlich.cite-ref-92[92]cite-ref-93[93]

Handkes Die Lehre der Sainte-Victoire

Peter Handke resĂŒmiert in seinem im Jahr 1980 erschienenen Buch Die Lehre der Sainte-Victoire: „Ja, dem Maler Paul CĂ©zanne verdanke ich es, dass ich an jener freien Stelle zwischen Aix-en-Provence und dem Dorf Le Tholonet in den Farben stand und sogar die asphaltierte Straße mir als Farbsubstanz erschien [
]“ Und er fĂ€hrt fort: „[
] so habe ich [Bilder] wohl von Anfang an als bloßes Zubehör gesehen und mir von ihnen lange nichts Entscheidendes erwartet.“cite-ref-94[94] Handke gelingt in seinem Buch die AnnĂ€herung eines Autors an die bildende Kunst durch die in den Text eingebetteten kunsttheoretischen Hinweise der Sicht CĂ©zannes auf die Wirklichkeit.

Cézanne und die Philosophie

Der französische Philosoph Jean-François Lyotard fĂŒhrt in seinem Werk Das Elend der Philosophie aus, CĂ©zanne habe sozusagen den Sechsten Sinn: Er empfinde die im Entstehen befindliche RealitĂ€t, bevor sie sich in der normalen Wahrnehmung vervollstĂ€ndigt. Der Maler rĂŒhrt also ans Erhabene, wenn er das ÜberwĂ€ltigende der Gebirgslandschaft erblickt, die man weder mit der normalen Sprache noch mit der gewohnten Maltechnik darstellen könne. Lyotard resĂŒmiert: „Man kann auch sagen, daß das Unheimliche der dem Gebirge und den FrĂŒchten gewidmeten ÖlgemĂ€lde und Aquarelle sowohl von einem tiefen Sinn des Verschwindens der Erscheinungen herrĂŒhrt, als auch von dem Untergang der sichtbaren Welt.“cite-ref-95[95]

Filme ĂŒber CĂ©zanne

Une visite au Louvre, 2004. Film und Regie von Jean-Marie Straub und DaniĂšle Huillet ĂŒber CĂ©zanne, basierend auf den postum veröffentlichten Konversationen mit dem Maler, die dessen Bewunderer Joachim Gasquet ĂŒberliefert hat. Der Film beschreibt einen Spaziergang CĂ©zannes im Louvre entlang der Bilder seiner KĂŒnstlerkollegen.cite-ref-96[96]

Zum 100. Todestag CĂ©zannes im Jahr 2006 sind zwei Dokumentarfilme aus den Jahren 1995 und 2000 ĂŒber Paul CĂ©zanne beziehungsweise ĂŒber sein Motiv La Montagne Sainte-Victoire neu veröffentlicht worden. Der Triumph CĂ©zannes wurde fĂŒr das JubilĂ€umsjahr 2006 neu gedreht.cite-ref-97[97]

Die Gewalt des Motivs, 1995. Ein Film von Alain Jaubert. Ein Berg in der NĂ€he seiner Heimatstadt Aix-en-Provence wird zu CĂ©zannes Hauptmotiv. Über 80-mal zeigt er La Montagne Sainte-Victoire aus verschiedenen Perspektiven, zu verschiedenen Jahreszeiten. Das Motiv wird zu einer Obsession, der Jaubert mit seinem Film auf den Grund geht.

CĂ©zanne – der Maler, 2000. Ein Film von Elisabeth Kapnist. Die Geschichte einer Passion und einer lebenslangen kĂŒnstlerischen Suche: Der Maler CĂ©zanne, seine Kindheit, die Freundschaft mit Zola und seine Begegnung mit dem Impressionismus werden geschildert.

Der Triumph CĂ©zannes, 2006. Ein Film von Jacques Deschamps. Deschamps nimmt den 100. Todestag CĂ©zannes im Oktober 2006 zum Anlass, dem Entstehen einer Legende nachzuspĂŒren. CĂ©zanne stieß auf Ablehnung und UnverstĂ€ndnis, bevor er in den Olymp der Kunstgeschichte und des internationalen Kunstmarkts aufsteigen durfte.

Meine Zeit mit CĂ©zanne, 2016. Ein Film von DaniĂšle Thompson ĂŒber CĂ©zannes Freundschaft mit Émile Zola.

Auf Cézannes Spuren in der Provence

Besucher von Aix-en-Provence können vom Stadtzentrum aus die Landschaftsmotive CĂ©zannes auf fĂŒnf gekennzeichneten Wegen entdecken. Sie fĂŒhren nach Le Tholonet, zum Jas de Bouffan, zum Steinbruch von BibĂ©mus, zu den Ufern des Flusses Arc und zum Atelier von Les Lauves.cite-ref-98[98]

Das Atelier Les Lauves ist bereits seit dem Jahr 1954 der Öffentlichkeit zugĂ€nglich. Eine amerikanische Stiftung, initiiert von James Lord und John Rewald, hatte dies durch von 114 Spendern bereitgestellte Gelder möglich gemacht. Sie kaufte es dem Vorbesitzer Marcel Provence ab und ĂŒbertrug es an die UniversitĂ€t von Aix. Im Jahr 1969 wurde das Atelier der Stadt Aix ĂŒbereignet.cite-ref-99[99] Der Besucher findet hier CĂ©zannes Möbel, Staffelei und Palette, die GegenstĂ€nde, die auf seinen Stillleben erscheinen sowie einige Originalzeichnungen und Aquarelle.

Zu Lebzeiten hatte ein Großteil der Aixer Einwohner ihren MitbĂŒrger CĂ©zanne verspottet. In neuerer Zeit benannten sie nach ihrem weltberĂŒhmt gewordenen KĂŒnstler sogar eine UniversitĂ€t: Im Jahr 1973 wurde sie in Aix-en-Provence gegrĂŒndet, die UniversitĂ€t Paul CĂ©zanne Aix-Marseille III mit den Fachbereichen Recht und Politikwissenschaft, Betriebswirtschaftslehre sowie Naturwissenschaft und Technik. Im Jahr 2011 wurde sie aufgelöst und mit den anderen beiden UniversitĂ€ten in Aix und Marseille zur UniversitĂ€t Aix-Marseille zusammengefasst.

Als Folge der Ablehnung seiner Werke in der Vergangenheit musste das Musée Granet in Aix mit einer Leihgabe von GemÀlden aus dem Louvre vorliebnehmen, um den Besuchern Cézanne, den Sohn ihrer Stadt, prÀsentieren zu können. Das Museum erhielt im Jahr 1984 acht GemÀlde und einige Aquarelle, darunter ein Motiv aus der Reihe der Badenden und ein PortrÀt der Mme Cézanne. Dank einer weiteren Stiftung im Jahr 2000 werden dort jetzt neun GemÀlde Cézannes ausgestellt.cite-ref-100[100]

Cézannes Werke auf dem Kunstmarkt

Welche Wertsteigerung CĂ©zannes GemĂ€lde auf dem Kunstmarkt erreicht haben, ist aus dem Ergebnis einer Versteigerung am 10. Mai 1999 in New York ersichtlich: Das Stillleben mit Vorhang, Krug und Obstschale wurde fĂŒr 60,5 Millionen US-Dollar versteigert. Es war damals die höchste Summe, die fĂŒr ein Bild CĂ©zannes je gezahlt wurde. Das Auktionshaus Sotheby’s hatte den Wert des GemĂ€ldes nur auf 25 bis 35 Millionen Dollar geschĂ€tzt.cite-ref-101[101]

FĂŒr eine Ă€hnliche Entwicklung steht die Versteigerung seines Aquarells Nature morte au melon vert; es hat bei Sotheby’s im Mai 2007 fĂŒr einen Preis von 25,5 Millionen Dollar den Besitzer gewechselt. Das Stillleben aus der spĂ€ten Schaffensphase des KĂŒnstlers zwischen 1902 und 1906 zeigt eine grĂŒne Melone. UrsprĂŒnglich war der Verkaufspreis auf 14 bis 18 Millionen Dollar geschĂ€tzt worden.cite-ref-102[102]

Im FrĂŒhjahr 2011 soll sein Werk Die Kartenspieler – eines von fĂŒnf Versionen – fĂŒr 275 Millionen Dollar verkauft worden sein. Die genaue Summe und der neue Besitzer sind bislang nicht bekannt. Das wĂ€re der höchste Preis, den ein GemĂ€lde zu diesem Zeitpunkt je erzielte.cite-ref-103[103]

Ein fast 60 Jahre verschollen geglaubtes Aquarell aus der Kartenspieler-Serie wurde am 1. Mai 2012 an einen ebenfalls anonymen Bieter in New York zum Preis von 19 Millionen Dollar versteigert.cite-ref-104[104]

Im Mai 2019 wurde sein GemĂ€lde Bouilloire et fruits (1888–1890) fĂŒr ĂŒber 59 Millionen US-Dollar bei Christie’s versteigert.cite-ref-105[105]cite-ref-106[106]

Am 9. November 2022 kam eine Version von CĂ©zannes Bild La Montagne Sainte-Victoire (1888–1890) aus der Sammlung des Microsoft-MitgrĂŒnders Paul Allen bei Christie’s in New York zur Versteigerung. Zuvor war der Wert des Bildes auf etwa 100 Millionen US-Dollar geschĂ€tzt worden. Ein anonymer Bieter erwarb das Bild bei dem Auktionator und Europa-PrĂ€sidenten von Christie’s, Jussi Pylkannen, fĂŒr 138 Millionen US-Dollar (mit Steuern). Dieses Ergebnis ĂŒberbot den bisherigen (gesicherten) CĂ©zanne-Rekord, der im Mai 1999 erreicht worden war.cite-ref-107[107]

Postume Ausstellungen (Auswahl)

‱ 1907: Galerie Bernheim-Jeune, Paris, Salon d’Automne, Paris, Retrospektiven
‱ 1910/1911: Erste Ausstellung in den USA in der Galerie 291, New York
‱ 1913: Armory Show, New York. CĂ©zanne war vertreten mit den Bildern Mont Sainte-Victoire und Alte Frau mit Rosenkranz
‱ 1936: Jeu de Paume, Paris
‱ 1964: documenta III, Kassel
‱ 1977: John Rewald zusammen mit William Rubin: CĂ©zanne: The Late Work exhibition im Museum of Modern Art, New York
‱ 1995/1996: Grand Palais, Paris
‱ 1996: Tate Gallery, London
‱ 1996: Philadelphia Museum of Art, Philadelphia
‱ 2004: CĂ©zanne – Aufbruch in die Moderne. Museum Folkwang, Essen
‱ 2006: CĂ©zanne en Provence. MusĂ©e Granet, Aix-en-Provence
‱ 2006: CĂ©zanne et Pissarro 1865–1885. MusĂ©e d’Orsay, Paris
‱ 2008/2009: Philadelphia Museum of Art, Philadelphia
‱ 2011/2012: CĂ©zanne Renoir Picasso & Co: 40 Jahre Kunsthalle TĂŒbingen, Kunsthalle TĂŒbingen.
‱ 2012/2013: Paul CĂ©zanne and the Past, SzĂ©pmƱvĂ©szeti MĂșzeum, Budapest.
‱ 2014: CĂ©zanne Site/Non-Site, Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid, 4. Februar bis 18. Mai 2014
‱ 2017/18: Portraits de CĂ©zanne, MusĂ©e d’Orsay, Paris, 13. Juni bis 24. September 2017; anschließend National Portrait Gallery, London, 26. Oktober 2017 bis 11. Februar 2018
‱ 2017/2018 CĂ©zanne. Metamorphosen. Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, 28. Oktober 2017 bis 11. Februar 2018
‱ 2020: Van Gogh, CĂ©zanne, Matisse, Hodler. Die Sammlung Hahnloser. Albertina, Wien, 27. August bis 15. November 2020
‱ 2021: CĂ©zanne Drawing. Museum of Modern Art, New York, 6. Juni bis 25. September 2021
‱ 2022: Paul CĂ©zanne. Art Institute of Chicago, Chicago, 15. Mai bis 5. September 2022
‱ 2022/23: Cezanne. Tate Modern, London, 5. Oktober 2022 bis 12. MĂ€rz 2023

Literatur und neue Medien

Cézanne in Selbstzeugnissen

‱ Paul CĂ©zanne: Über die Kunst, GesprĂ€che mit Gasquet. Herausgegeben von Walter Hess, in: Rowohlts Klassiker der Literatur und der Wissenschaft, hrsg. von Ernesto Grassi, Rowohlt Verlag Hamburg 1957; MĂ€ander Kunstverlag, Mittenwald 1980, ISBN 3-88219-058-2 (Joachim Gasquet: CĂ©zanne. 1921)
‱ Paul CĂ©zanne: Briefe. Herausgegeben von John Rewald, Diogenes Verlag, ZĂŒrich, 1962; Taschenbuchausgabe 3. Aufl. 2002, ISBN 3-257-21655-6
‱ GesprĂ€che mit CĂ©zanne. Herausgegeben von Michael Doran, ĂŒbersetzt von JĂŒrg Bischoff, Diogenes Verlag, ZĂŒrich, Neuausgabe 1998, ISBN 3-257-21974-1
‱ Dino Heicker (Hrsg.): CĂ©zanne – Zola. PortrĂ€t einer MĂ€nnerfreundschaft. VollstĂ€ndiger Briefwechsel und in neuer deutscher Übersetzung von Dino Heicker und Alexandre Pateau. Parthas, Berlin 2015, ISBN 978-3-86964-054-9

SekundÀrliteratur

‱ Götz Adriani: Paul CĂ©zanne. Leben und Werk (C. H. Beck Wissen in der Beck’schen Reihe), C. H. Beck Verlag, MĂŒnchen 2006, ISBN 978-3-406-54690-7.
‱ Götz Adriani: CĂ©zanne. GemĂ€lde, DuMont Buchverlag, Köln 1993, ISBN 3-7701-3088-X
‱ Götz Adriani: CĂ©zanne. Aquarelle, DuMont Buchverlag, Köln 1982, ISBN 3-7701-1346-2
‱ Kurt Badt: Die Kunst CĂ©zannes, Prestel Verlag, MĂŒnchen 1956
‱ Felix A. Baumann, Walter Feilchenfeldt, Hubertus Gaßner: CĂ©zanne. Aufbruch in die Moderne. Hatje Cantz Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-7757-1487-1
‱ Ulrike Becks-Malorny: CĂ©zanne, 1839–1906. Wegbereiter der Moderne. Taschen Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-8228-5583-6
‱ Kai Buchholz: Die Kunsttheorie Paul CĂ©zannes und ihr Entstehungshintergrund. In: Zeitschrift fĂŒr Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft. 44 (1999), S. 85–102
‱ Paul CĂ©zanne, Felix A. Baumann, Evelyn Benesch, Walter Feilchenfeldt: CĂ©zanne – Vollendet – Unvollendet, Hatje Cantz Verlag, ZĂŒrich 2000, ISBN 3-7757-0878-2
‱ Lorenz Dittmann: Die Kunst CĂ©zannes. Farbe – Rhythmus – Symbolik. Böhlau, Köln 2005. ISBN 3-412-11605-X
‱ Hajo DĂŒchting: CĂ©zanne. (Prestel Art Guide). Prestel Verlag, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-7913-3201-5
‱ Peter Handke: Die Lehre der Sainte-Victoire. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-518-37570-9
‱ Heinz-Georg Held: DuMont Schnellkurs. CĂ©zanne. Die Entstehung der modernen Kunstbetrachtung. DuMont Literatur und Kunst Verlag, Köln 2006, ISBN 978-3-8321-7677-8
‱ Peter Kropmanns: CĂ©zanne. Eine Biographie. Philipp Reclam jun. Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-15-010610-5
‱ Kurt Leonhard: CĂ©zanne. Rowohlt Verlag, Reinbek, 13. Aufl. 2003, ISBN 3-499-50114-7
‱ Michael LĂŒthy: Relationale Ästhetik: Über den ‘Fleck’ bei CĂ©zanne und Lacan, in: BlickzĂ€hmung und AugentĂ€uschung. Zu Jacques Lacans Bildtheorie, hrsg. von Claudia BlĂŒmle und Anne von der Heiden, ZĂŒrich/Berlin 2005, S. 265–288, ISBN 3-935300-80-8
‱ Jean-François Lyotard: Das Elend der Philosophie. Passagen-Verlag, Wien 2004, ISBN 3-85165-551-6
‱ Rainer Maria Rilke: Briefe ĂŒber CĂ©zanne, Insel Verlag, Frankfurt/Main, 7. Aufl. 2005, ISBN 978-3-458-32372-3 Die Auswahl wurde von Rilkes Frau Clara erstmals 1952 zusammengestellt.
‱ Meyer Schapiro: Paul CĂ©zanne (9. Auflage / Originalausgabe New York 1952). DuMont, Köln 2003, ISBN 3-8321-7338-2
‱ Ambroise Vollard: Paul CĂ©zanne. GesprĂ€che und Erinnerungen, ĂŒbersetzt von Margaretha Reischach-Scheffel. Diogenes Verlag, ZĂŒrich, 5. Aufl. 2002, ISBN 3-257-21749-8
‱ Angela Wenzel: Paul CĂ©zanne – Ein Leben fĂŒr die Malerei. Prestel Verlag, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-7913-3295-3
‱ Christoph Wetzel: Paul CĂ©zanne. Leben und Werk, Belser-Verlag, Stuttgart/ZĂŒrich 1989, ISBN 978-3-7630-1933-5

Werkverzeichnisse:

‱ Adrien Chappuis: The Drawings of Paul CĂ©zanne – A Catalogue RaisonnĂ©. Zwei BĂ€nde, Thames and Hudson, London 1973, ISBN 0-500-09088-2
‱ John Rewald: Paul CĂ©zanne – The Watercolours: A Catalog RaisonnĂ©. Thames and Hudson, London 1983, ISBN 0-500-09164-1
‱ John Rewald: Paintings of Paul CĂ©zanne – A Catalogue RaisonnĂ©. Zwei BĂ€nde. New York 1996, ISBN 978-0-8109-4044-4. Die Werkverzeichnisse sind eine Erweiterung der Version Lionello Venturis von 1936, dessen Archiv nach seinem Tod John Rewald ĂŒbergeben wurde.

Cézanne im Kriminalroman:

‱ Peter Mayle: CĂ©zanne gesucht!. Goldmann Verlag, MĂŒnchen 2000, ISBN 978-3-442-44568-4
‱ Barbara Pope: Im hellen Licht des Todes. List Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-548-60832-7

Film

‱ Straub-Huillet: Paul CĂ©zanne, 1989, nach Joachim Gasquet, 35 mm, Farbe, zwei Sprachfassungen, 51/63 min
‱ Janice Sutherland: Three Colours CĂ©zanne, Dokumentation auf CD, 55 Min., Arthaus Musik GmbH 2008 (BBC 1996), ISBN 978-3-939873-05-1
‱ Meine Zeit mit CĂ©zanne (Originaltitel CĂ©zanne et moi), Filmbiografie 2016, 117 Min., Drehbuch und Regie DaniĂšle Thompson

Weblinks

Commons

: Paul Cézanne

– Album mit Bildern

‱ The Paintings, Watercolors and Drawings of Paul CĂ©zanne. An Online Catalogue RaisonnĂ©
‱ Literatur von und ĂŒber Paul CĂ©zanne im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Werke von und ĂŒber Paul CĂ©zanne in der Deutschen Digitalen Bibliothek
‱ Werke von Paul CĂ©zanne bei Zeno.org.
‱ Paul CĂ©zanne auf Kunstaspekte
‱ Webseite der National Gallery of Art, Washington mit Biografie und GemĂ€lden

Einzelnachweise

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cite-note-33. ↑ Ulrike Becks-Malorny: CĂ©zanne, S. 7 f.
cite-note-44. ↑ Ulrike Becks-Malorny: CĂ©zanne, S. 8 f.
cite-note-55. ↑ Bastide du Jas de Bouffan. In: Aix-en-Provence, ville de Cezanne. Abgerufen am 11. Februar 2020 (britisches Englisch).
cite-note-66. ↑ Ulrike Becks-Malorny: CĂ©zanne, S. 10 f.
cite-note-77. ↑ Kurt Leonhard: CĂ©zanne, S. 111.
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cite-note-5151. ↑ GesprĂ€che mit CĂ©zanne, Diogenes Verlag AG ZĂŒrich, 1982, S. 80–81.
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cite-note-7979. ↑ Götz Adriani: CĂ©zanne. GemĂ€lde, DuMont, S. 31.
cite-note-8080. ↑ Götz Adriani: Paul CĂ©zanne. Leben und Werk, S. 114 ff.
cite-note-adrianil115-8181. ↑ Götz Adriani: Paul CĂ©zanne. Leben und Werk, S. 115.
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cite-note-105105. ↑ Die 10 teuersten Kunstwerke 2019, barnebys.de, abgerufen am 30. Mai 2022
cite-note-106106. ↑ Paul CĂ©zanne (1839-1906). Bouilloire et fruits, christies.com, abgerufen am 30. Mai 2022
cite-note-107107. ↑ A Cezanne Landscape Owned by Microsoft Billionaire Co-Founder Sells For $138 M., artnews.com, abgerufen am 13. November 2022